Am Freitag Abend besuchten Matthias und ich die Ausstellung von David Bumann "200 Jahre Wallis - Lichtkunstgeschichten" im Atelier Kurt Schelling in Gampel. Der Anlass startete mit der Begrüssung von Norbert Hildbrand, Präsident Kultur an der Lonza. Anschliessend hielt Staatsrat Jean-Michel Cina eine unterhaltsame Rede und dankte dem Künstler für seinen Einsatz beim 13 Sterne Projekt, wo im Wallis zum 200 Jahr-Jubiläum 13 Berggipfel beleuchtet wurden. Dieses Ereignis ging in den Medien rund um die Welt. David Bumann erzählte von seiner Arbeit als Fotograf und Lichtkünstler und bedankte sich bei allen Beteiligten.
Die Ausstellung zeigt Werke von Bumann, die in den letzten Jahren entstanden sind. Es handelt sich um Landschafts-Aufnahmen, die in den Walliser Bergen entstanden sind. Zudem kann man auch Fotografien bestaunen, die mit Lichtkunst entstanden sind. Zum Beispiel sieht man da den Adler vom Simplon, der beleuchtet wurde und im Hintergrund sieht man den Verlauf der Sterne als mehrere Kreise. Auch das Matterhorn wurde gekonnt in Szene gesetzt. Mal aus einem Gletscher mit passender Perspektive, an einem frühen Morgen oder schlussendlich mit der Milchstrasse zusammen, dass es sogar auf das Cover des Magazins "Die Alpen" geschafft hat.
David Bumann ist momentan wahrscheinlich einer der besten Schweizer Lichtkünstler. Der Einzige dieser Art, der mir noch bekannt ist, ist Gerry Hofstetter, der damit weltbekannt wurde. Bumann ist für seine Fotografien jeweils Nächte lang unterwegs, um das perfekte Bild zu finden. Ein aufwendiges Hobby, das sicher viel Geduld braucht. Das Resultat ist dann, um so schöner. Wenn dann wie an der Vernissage, viele Besucher dem Aussteller die Ehre erweisen, weiss man, dass sich der Aufwand gelohnt hat.
(photos copyright: David Bumann Photography)
Sonntag, 13. September 2015
Samstag, 15. August 2015
Das amerikanische Tennis-Mekka
Als im Jahr 2005 Andre Agassi in das Arthur Ashe Stadium in Flushing Meadows in New York (USA) einlief, war er sicher, dass er hier seinen wahrscheinlich letzten Grand-Slam gewinnen wird. Nach 2.5 Stunden war er sich bewusst, dass er die Rechnung ohne den Schweizer Roger Federer gemacht hat. Federer schlug Agassi in 4 Sätzen und gewann sein zweites Grand-Slam Turnier 2005 nach Wimbledon.
Zum ersten Mal ausgetragen wurde das US Open 1881 bei den Herren und 1887 bei den Frauen. Bevor in New York gespielt wurde, war Newport in Rhode Island der Spielort. Später spielte man noch in Queens bis man dann schlussendlich nach Flushing Meadows zog. Vor dem Arthur Ashe Stadium, das 1997 gebaut wurde und ca. 23'000 Zuschauer fasst, war das Louis Armstrong Stadium der Centre Court. Da das AAS (noch) über kein Dach verfügt, kann es bei den US Open vorkommen, dass der Frauen Final mal am Sonntag stattfindet und der Männer Final am Montag.
Die US Open sind heute das einzige Turnier, das die "Big Four" (Federer, Nadal, Djokovic und Murray) mindestens einmal gewonnen haben. Federer schaffte sogar das Kunststück das Turnier fünfmal in Serie zu gewinnen. Gemäss Tennis-Experten sei das US Open, das am schwierigsten zu gewinnende Turnier. Dies hängt mit dem Umstand zusammen, dass auf dem Centre Court eine Stimmung herrscht, die eher an ein Fussballspiel als ein Tennisspiel erinnert. In Wimbledon ist es so ruhig, dass sich die Spieler voll konzentrieren und fokussieren können. In New York ist es das pure Gegenteil.
Und nun ist es wieder soweit, bald werden die besten Tennisspieler und Tennisspielerinnen nach New York pilgern und probieren das letzte Grand-Slam Turnier des Jahres zu gewinnen. Bei den Damen gibt es dieses Jahr vielleicht ein Szenario, was zuletzt 1988 passierte. Serena Williams kann mit einem Sieg den Grand-Slam (in einem Kalender-Jahr) schaffen und das Kunststück von Steffi Graf wiederholen. Bei den Männer gelten die üblichen Verdächtigen auf den Sieg. Top-Favorit ist Djokovic. Grosse Chancen werden auch Federer, Murray eingeräumt. Nadal darf man sicher auch nicht abschreiben. Und von den Aussenseiter ist sicher der letztjährige Finalist Nishikori mit seiner grossartigen Verfassung ein heisser Anwärter auf den Titel.
Zum ersten Mal ausgetragen wurde das US Open 1881 bei den Herren und 1887 bei den Frauen. Bevor in New York gespielt wurde, war Newport in Rhode Island der Spielort. Später spielte man noch in Queens bis man dann schlussendlich nach Flushing Meadows zog. Vor dem Arthur Ashe Stadium, das 1997 gebaut wurde und ca. 23'000 Zuschauer fasst, war das Louis Armstrong Stadium der Centre Court. Da das AAS (noch) über kein Dach verfügt, kann es bei den US Open vorkommen, dass der Frauen Final mal am Sonntag stattfindet und der Männer Final am Montag.
Die US Open sind heute das einzige Turnier, das die "Big Four" (Federer, Nadal, Djokovic und Murray) mindestens einmal gewonnen haben. Federer schaffte sogar das Kunststück das Turnier fünfmal in Serie zu gewinnen. Gemäss Tennis-Experten sei das US Open, das am schwierigsten zu gewinnende Turnier. Dies hängt mit dem Umstand zusammen, dass auf dem Centre Court eine Stimmung herrscht, die eher an ein Fussballspiel als ein Tennisspiel erinnert. In Wimbledon ist es so ruhig, dass sich die Spieler voll konzentrieren und fokussieren können. In New York ist es das pure Gegenteil.
Und nun ist es wieder soweit, bald werden die besten Tennisspieler und Tennisspielerinnen nach New York pilgern und probieren das letzte Grand-Slam Turnier des Jahres zu gewinnen. Bei den Damen gibt es dieses Jahr vielleicht ein Szenario, was zuletzt 1988 passierte. Serena Williams kann mit einem Sieg den Grand-Slam (in einem Kalender-Jahr) schaffen und das Kunststück von Steffi Graf wiederholen. Bei den Männer gelten die üblichen Verdächtigen auf den Sieg. Top-Favorit ist Djokovic. Grosse Chancen werden auch Federer, Murray eingeräumt. Nadal darf man sicher auch nicht abschreiben. Und von den Aussenseiter ist sicher der letztjährige Finalist Nishikori mit seiner grossartigen Verfassung ein heisser Anwärter auf den Titel.
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| Arthur Ashe Stadium - Die grösste Tennis-Arena der Welt (photocredit: www.stadia-magazine.com) |
Samstag, 25. Juli 2015
Kuh Juliette und das CNN
Heuer feiert das traditionelle und geschichtsträchtige Tennisturnier 100-Jahr-Jubiläum. Und so begann alles.
Inmitten der Berner Alpen treffen sich seit 1915 die Tenniscracks im Nobelort Gstaad zu den alljährlichen Swiss Open.
Die ersten Austragungen des ältesten internationalen Tennisturniers der Schweiz fanden auf den Sandplätzen neben dem Hotel Gstaad Palace statt, später wurde das Turnier an den heutigen Standort im Dorfzentrum verschoben. Gstaad ist auf der ATP-Tour der höchstgelegene Turnierort. Rekordsieger ist der Australier Roy Emerson, er gewann das Turnier fünf Mal. Dazumal war Roy Emerson vielleicht das was in der Open Ära jetzt Roger Federer ist. Roger, 17-facher Grand-Slam-Champion, gewann die Swiss Open in Gstaad erst einmal.
Aber dieses eine Mal im Jahre 2004 schrieb er dank einer Kuh Tennisgeschichte. Neben der Trophäe durfte der Gstaad-Sieger die Kuh namens Juliette in Empfang nehmen. Dieses spezielle Highlight liess sich ein Fernsehsender nicht nehmen. Das "grosse" CNN berichtete noch am selben Abend über Roger und die Kuh. Die Bilder gingen anschliessend um die Welt.
Neben Federer stand auch Stan Wawrinka, in Gstaad bereits auf dem Court. Bei den vier letzten Teilnahmen im Saanenland scheiterte der zweifache Grand-Slam-Turniersieger stets in der ersten oder zweiten Runde. Letztes Jahr trat er wegen Übermüdung am Turnier nicht an. Auch heuer erklärte er kurz vor Turnierbeginn Forfait. Grund: Schulterverletzung.
Wer soll denn jetzt, am 100-Jahr-Jubiläum die Top CH-Tennisattraktion werden?
Klar, es kann nur Roger sein. Doch wird er mit einer Wildcard von den Organisatoren eingeladen? Muss eigentlich fast. Wäre doch ein geniales Überraschungsgeschenk für den hundertsten Geburtstag. Heute soll bekanntgegeben werden, wer dieses Freilos erhält.
Ob Federer oder nicht, klar ist, dass ab dem 26. August sich Tennisfans auf spektakuläre Ballwechsel, unterhaltsame und spannende Spiele in Gstaad freuen dürfen.
Bildquelle: gstaad.ch Text: Zum 100-Jahr-Jubiäum der Swiss Open Gstaad hoffen alle auf eine Teilnahme von Roger Federer. Stan muss verletzt Forfait geben.
Mittwoch, 17. Juni 2015
Dave Grohl - almost my hero
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| (photocredit: Keystone/Twitter Dave Grohl) |
Sagt Ihnen der Name Dave Grohl etwas?
Wahrscheinlich der breiten, älteren Bevölkerung weniger. Bringt man dann Namen wie Nirvana oder Foo Fighters ins Spiel kommt man der Sache schon etwas näher.
Dave Grohl war nämlich Drummer der legendären Grunge-Band Nirvana und gründete nach Kurt Cobain's Tod die Rockband Foo Fighters, wo er zum Gitaristen und Lead-Sanger avancierte. Zum ersten Mal live sah ich Grohl am Openair St. Gallen 2005. Es war eines der besten Rockkonzerte das ich bis dato sah.
2012 hatte ich nochmals das Vergnügen. Die Foo Fighters spielten praktisch vor meiner Haustüre am Openair in Gampel. Obwohl Dave Grohl in gewohnter Manier ziemlich brüllte bei seinen Songs, blieb mir das Konzert in bester Erinnerung.
Was macht der Erfolg dieser grandiosen Rockband aus? Erstmals sicher die Melodien, die einem als Ohrwurm mehrere Jahre erhalten bleiben. Auf CD tönen sie fast zu sehr perfekt, was man dann in den Live-Konzert sehr schnell merkt. Es tönt rauher, orgineller und greifbarer. Er vorletztes Album "Wasting Light" wurde schnell zum Nr.1-Hit und Auch der Nachfolger "Sonic Highways" hatte es in sich. Das Konzept war, dass man 8 Songs in verschiedenen US-Städten aufnimmt.
Dieses Jahr war nun wieder eine grosse Welttournee geplant, mit Auftritten im Wembley und auch am weltweit bekannten Glastonbury Festival.
Auch in der Schweiz. genauer gesagt, in St. Gallen in der AFG Arena war ein Konzert vorgesehen. Leider nur vorgesehen.
Denn am 12. Juni 2015 geschah im schwedischen Göteborg etwas, das nicht geplant war. Beim zweiten Song "Monkey Wrench" stolperte Dave Grohl und stürzte dann von der Bühne. Die Folge "Beinbruch". Herr Grohl kündigte an, sich schnell im Spital behandeln zu lassen und dann zurückzukehren, um das Konzert zu beenden. Gesagt, getan. Mithilfe eines Stuhles und Krüken beendete er das Konzert mit der Band und wurde so zum Helden der 52000 Fans im Stadion.
Durch diesen Umstand gingen wir davon aus, dass das Konzert in St. Gallen nicht in Gefahr sei. Leider kam dann aber am Samstag die Hiobsbotschaft und das Konzert wurde abgesagt. Aus diesem Grund wurde Dave Grohl nur fast zu meinem Held. Aber ein kleiner Trost bleibt uns dennoch, denn die Band kündigte an, dass sie so schnell wie möglich in die Schweiz zurückkommen will. Und ein Dave Grohl auf beiden Füssen am rocken ist immer noch unbezahlbar. Dafür lohnt es sich umso mehr zu warten.
Montag, 8. Juni 2015
Ein Mythos in rot-weissen Farben!
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| (photocredit: www.google.ch) |
Ein Blick zurück.
Als im Sommer 1965 der FC Sion zum ersten Mal den Cup gewinnt konnte man noch nicht erahnen, was dieser für einen Stellenwert im Wallis 50 Jahre später haben wird. 1965, 1974, 1980, 1982, 1986, 1991, 1995, 1996, 1997, 2006, 2009, 2011 und auch dieses Jahr waren die Walliser im Final und immer haben Sie danach auch den Titel geholt. Eine Serie, die im Fussball weltweit einmalig ist.
Der Cup hat im Wallis einen höheren Stellenwert als die Meisterschaft. Meister wurde man immerhin auch zweimal, im Jahr 1997 holte man sogar das Double, aber der Cup ist die wahre Liebe der Anhänger des FC Sions.
Der Cup brachte auch Legenden hervor wie Brigger, Bregy, Lehmann und Wicky. Robert Gilliard gründete als Kapitän 1903 den FC Sitten. Ein grosses Highlight war am 11. August 1968, drei Jahre nach dem ersten Cupsieg, die Einweihung des Stade de Tourbillon. Bis heute Heimstätte des besten Walliser Fussballvereins.
In den letzten Tagen war sie wieder spürbar im Wallis. Diese einmalige Euphorie vor dem Cupfinal. Fans von Gletsch bis St. Gingolph, die das ganze Jahr nicht einmal im Stadion waren, wurden angesteckt von dieser grossartigen Stimmung und pilgerten zu Tausenden nach Basel in den St. Jakobspark. Was sich an diesem Sonntag dort abspielte konnte man in dieser Form so nicht voraussehen. Der FC Sion spielte den Meister regelrecht an die Wand. Das Abschiedspiel von Marco Streller wurde für ihn zum Desaster. Konaté, Fernandes und Carlitos setzten sich mit ihren Toren ein Denkmal. Der FC Sion gewann seinen 13. Cupfinal diskussionlos und hochverdient mit 3:0. Zum ersten Mal überhaupt schlugen die Sittener den FC Basel im St. Jakobspark.
Am späten Abend kehrten die Cuphelden zurück in die Kantonshauptstadt und tausende Fans feierten den Mythos ausgelassen. Ein Fahnenmeer aus Rot-Weiss, Pyros und Fanchöre begleiteten die Mannschaft auf die Place de la Planta. Und wenn man in die glücklichen Gesichter dieser Walliser schaute und ihre funkelnden Augen sah, war man sich sicher, etwas Historisches mitzuerleben.
In diesem Sinne: Es lebe der FC Sion, es lebe der rot-weisse Mythos!
Donnerstag, 28. Mai 2015
Roland Garros - Das Königreich des Rafael Nadals
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| (photo: sonntagszeitung.ch) |
Als im Sommer 2009 Robin Söderling den Court Philippe Chartier betrat, konnte er nicht erahnen, dass er etwas Historisches schaffen würde. Denn der grösste Spielplatz der French Open ist seit 2005 so etwas wie das Wohnzimmer des 1986 geborenen Spaniers Rafael Nadal. Bis zu diesen Tag hatte er keine Partie in Paris verloren und somit 4 Jahre in Folge den Titel geholt.
Roland Garros oder eher bekannt als French Open sind das zweite Grand Slam Turnier des Jahres und das einzige Turnier dieser Grössenordnung auf Sand.
Sein offizieller Name - Roland Garros - ist nicht wie viele meinen einem Tennispieler gewidmet, sondern einem französischen Luftfahrtpioniert, der in Saint-Dénis auf Réunion im indischen Ozean geboren wurde. Er war der erste Pilot der ein mit einem starr eingebauten, vorwärtsfeuernden Maschinengewehr bewaffnetes Flugzeug im Luftkampf einsetzte, welches somit das erste echte Jagdflugzeug war und diente im ersten Weltkrieg.
Gegründet wurde das Turnier 1891. Anfangs war das Turnier nur für Amateure, aber seit 1968 dem Beginn der sogenannten "Open Ara" ist es für alle Spieler offen.
2005 spielte zum ersten Mal ein junger Spanier im Hauptfeld, der sich bis in den Final vorkämpfte. Sein Name - Nadal, Rafael Nadal. Im Halbfinal traf er auf die Nr. 1 der Weltrangliste, ein Schweizer. Er besiegte ihn 4 Sätzen. Im Final schlug Rafa Mariano Puerta und gewann somit seinen ersten Grand-Slam Titel.
2006 stand er wieder im Final und traf wieder auf diesen Schweizer und gewann nach 5 Sätzen. Seinem Gegner fehlte nur ein Satz um nicht nur die French Open zu gewinnen, sondern auch den Grand Slam, in einer Saison wohlbemerkt.
2007, dasselbe Spiel wieder der Spanier gegen den Schweizer. Wieder mit dem besseren Ende für den Spanier.
2008, la même chose.
2009 war Nadal auf dem Weg zu seinem 5. Titel bis der Schwede Robin Söderling sich versuchte, bis dahin Unmögliches zu schaffen.
Und tatsächlich schaffte Söderling das Kunststück Rafael Nadal an den French Open zu bezwingen.
2011 bis 2014 setzte Nadal seine Regentschaft fort und wurde so zum unbestrittenen König von Roland Garros mit unbeschreiblichen 9 Titel.
2015 hat nun Nadal die Chance seine persönliche "La décima" in Paris zu holen, vielleicht macht im aber Novak Djokovic als aktuelle Nr. 1 einen Strich durch die Rechnung, der damit den Karriere Grand-Slam holen konnte.
Wer sich jetzt fragt, wer 2009 den Titel holte ? Gute Frage. Es war nämlich der Schweizer, genauer gesagt Roger Federer.
Samstag, 18. April 2015
Musik: Ein Festival im Anblick des Matterhorns
Als genau vor 150 Jahren die Erstbesteigung des Matterhorns erfolgte, konnte man erahnen, dass dieser Berg für Zermatt Gold sein wird.
Heute im Jahr 2015 ist Zermatt ein weltbekannter Kurort, das Matterhorn ein Wahrzeichen der Schweiz und zudem der meistfotografierte Berg der Welt.
Als der Berner Thomas Sterchi, der durch den Verkauf von jobs.ch zum Multimillionär wurde, Zermatt besuchte fehlte ihm die Kultur. Da er in dieser Bergregion grosses Potential sah, hatte er die Idee für ein besonderes Festival. Das Zermatt Unplugged.
Gegründet hatte es Thomas Sterchi zusammen mit seinem Geschäftspartner Marco Godat, der heute Produktionverantwortlicher ist. Der weltbekannte Musiker Jon Lord und Claude Nobs, der Gründer des Montreux Jazz Festival, waren bis zu Ihrem Tod Patronatsmitglieder. 2007 fand es zum ersten Mal statt. Schon zwei Jahre später wurde es abgesagt, da man kein Termin finden konnte. Als Gegenpol wurde von den Bergbahnen Zermatt Sounds ins Leben gerufen, jedoch funktionierte das Konzept gar nicht.
Am Anfang war auch Skepsis von Seiten der Zermatter Bevölkerung zu spüren. Thomas Sterchi wusste aber, damit das Festival Erfolg haben kann, muss das ganze Dorf mithelfen. Mit den Jahren etablierte sich das Festival und kann heute auf finanzstarke Sponsoren zählen wie zum Beispiel die Uhrenmarke Hublot, die Gemeinde Zermatt und der Tourimusverband. Viele Weltstars wie James Blunt, Seal, Mando Diao und Anastacia traten mittlerweile schon im Kurort auf. Aber auch Nachwuchstalenten bietet das Zermatt Unplugged eine Bühne und wurde schon für manche ein Sprungbrett.
Gespielt wird auf verschiedenen Schauplätzen. Das Herz ist die Zeltbühne, die 2000 Zuschauern Platz bietet und liegt im Dorf. Momentan mietet man das Zelt noch vom Circus Monti möchte aber zum 10-jährigen Jubiläum im Jahr 2017 ein eigenes kaufen. Kostenpunkt eine Million Franken. Wer eine einmalige Aussicht auf das Matterhorn geniessen möchte, kann die Konzerte beim Cervo Resort oder die Blue Lounge auf Blauherd besuchen.
Das Zermatt Unplugged ist sicher das einzigartigste Festival der Schweiz und dazu noch ein sehr junges im Gegensatz zu den anderen grossen Festivals. Die Zahlen der Ausgabe 2014 waren vielversprechend: 13 Bühnen, 26000 Besucher und finanziell zum ersten Mal in der Geschichte schwarze Zahlen.
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